Betriebsakte 02 / Entscheidung

KI-Beratung: Wo KI wirklich rechnet.

Reale Abläufe werden nach Aufwand, Datenrisiko und Umsetzbarkeit geordnet. Am Ende steht eine Reihenfolge, die intern erklärt und entschieden werden kann.

Entscheidungsblatt · Beispiel

Demodaten
Use CaseWertDatenAufwandNächster Test
E-Mail-Triage4/52/52/550 Fälle markieren
Offertenentwurf3/54/54/5Freigabeweg klären
Telefonannahme4/53/53/520 Testanrufe
Interne Suche2/55/54/5Quellen inventarisieren
Vorschlag im Beispiel

Zuerst E-Mail-Triage testen. Das Volumen ist sichtbar, das Ergebnis lässt sich prüfen und der Eingriff in bestehende Prozesse bleibt klein.

Auch ein Ergebnis

Wann von einer Automatisierung abzuraten ist.

Nicht jeder mühsame Ablauf ist ein guter KI-Use-Case. Manchmal braucht es zuerst klare Zuständigkeiten, sauberere Daten oder schlicht eine kleinere Prozessänderung.

  • 01 / Volumen

    Der Fall kommt zu selten vor.

    Ein manueller Check kann wirtschaftlicher und verständlicher bleiben.

  • 02 / Daten

    Die Quelle ist nicht verlässlich.

    Automatisierung beschleunigt auch falsche oder veraltete Angaben.

  • 03 / Verantwortung

    Niemand besitzt den Ablauf.

    Ohne Owner bleibt jede Ausnahme liegen, unabhängig vom Tool.

  • 04 / Risiko

    Fehler sind schwer rückgängig zu machen.

    Dann gehört ein menschlicher Prüfpunkt in die Mitte des Prozesses.

Muster-Ausgabe

Eine Roadmap, die auch offene Fragen zeigt.

Der Umfang wird vor dem Workshop vereinbart. Dieses Beispiel zeigt die Form, nicht ein pauschales Leistungsversprechen.

90-Tage-Skizze · Demodaten

Beispiel
  1. 01Woche 1–2 · Fälle und Daten prüfen
    50 reale Vorgänge markieren, Ausnahmen benennen, Owner festlegen.
  2. 02Woche 3–5 · kleinen Test bauen
    Nur eine Entscheidung oder Übergabe automatisieren.
  3. 03Woche 6–8 · Gegenfälle testen
    Unvollständige Daten, Konflikte und Systemfehler absichtlich auslösen.
  4. 04Woche 9–12 · entscheiden
    Weiterführen, ändern oder stoppen. Ergebnis und Rest-Risiko dokumentieren.
Vorab klären

Was im Termin gebraucht wird. Und was danach vorliegen soll.

Mitbringen

  • zwei oder drei reale Beispiele;
  • ungefähres Volumen und Bearbeitungszeit;
  • genutzte Systeme und Datenquellen;
  • eine Person, die den Ablauf verantwortet.

Ergebnisformat vereinbaren

Shortlist, Risikoregister, Testplan oder technische Übergabe: Vor dem Gespräch wird festgelegt, welches Dokument Ihre Entscheidung tatsächlich unterstützt.

Kein automatisch erzeugter «KI-Score».

Arbeitsweise

Drei nüchterne Fragen zur Beratung.

Was ist das konkrete Ergebnis der Beratung?
Das Ergebnisformat wird vor dem Termin festgelegt. Typisch sind ein priorisiertes Use-Case-Blatt, offene Risiken, benötigte Daten, ein nächster Test und eine verantwortliche Person.
Muss bereits eine KI-Strategie vorhanden sein?
Nein. Hilfreicher sind reale Abläufe, Mengen, Wartezeiten und Beispiele für Ausnahmen. Daraus lässt sich eine belastbarere Reihenfolge ableiten als aus einer abstrakten Strategie.
Kann das Ergebnis auch gegen eine Automatisierung sprechen?
Ja. Wenn Daten, Volumen oder Verantwortlichkeiten nicht passen, ist Verschieben oder Nicht-Umsetzen ein sinnvolles Ergebnis.

Wie eine KI-Potenzialanalyse Entscheidungen belastbar macht.

Ausgangspunkt ist kein Tool, sondern ein realer Ablauf. Wir erfassen, wie oft ein Vorgang vorkommt, wie lange die Bearbeitung dauert, wo Wartezeiten entstehen und welche Ausnahmen das Team heute manuell löst. Dazu gehören die beteiligten Rollen, verwendete Systeme und die Person, die für das Ergebnis verantwortlich bleibt. Erst diese Ausgangslage macht später sichtbar, ob eine Veränderung tatsächlich Zeit spart oder nur Arbeit verschiebt.

Danach wird jeder mögliche KI-Anwendungsfall nach denselben Kriterien geprüft: geschäftlicher Nutzen, Verfügbarkeit und Qualität der Daten, technische Machbarkeit, Fehlerfolgen sowie notwendige Übergaben an Menschen. Annahmen werden ausdrücklich dokumentiert. Wir rechnen keinen präzisen ROI vor, wenn belastbare Mengen, Kosten oder Vergleichswerte fehlen. So bleibt eine frühe Einschätzung ehrlich und trotzdem entscheidungsfähig.

Das Resultat ist eine begründete Reihenfolge. Sie zeigt, was jetzt getestet werden kann, was zuerst bessere Daten oder klarere Zuständigkeiten braucht und was bewusst nicht automatisiert werden sollte. Für den ersten Kandidaten werden Testumfang, benötigte Zugriffe, Datenschutzfragen, Aufbewahrung und Kontrollpunkte festgehalten. Gerade für Schweizer KMU ist wichtig, dass Datenwege und Verantwortung nachvollziehbar bleiben.

Ein Pilot beginnt deshalb klein und endet mit einer echten Entscheidung. Vor dem Start stehen Ausgangswert, Ziel, verantwortliche Person und Prüftermin fest. Danach wird nicht nur gefragt, ob die Technik funktioniert, sondern ob der Ablauf insgesamt stabiler, schneller oder verständlicher geworden ist. Das Ergebnis lautet weiterführen, verändern oder stoppen – mit dokumentierter Begründung statt Bauchgefühl.

Nächster Schritt

Einen echten Fall prüfen, bevor daraus ein Projekt wird.

Bringen Sie einen typischen Vorgang und eine schwierige Ausnahme mit. Im Gespräch klären wir, welche Daten fehlen, wo ein Mensch entscheiden muss und ob ein Pilot überhaupt sinnvoll ist.